ERÖFFNUNGSKONZERT
PLEYEL QUARTETT KÖLN

Samstag, 16. November 2019, 19.00 Uhr, Renaissance-Saal, Fuggerschloss Weißenhorn

Pleyel Quartett Köln

Ingeborg Scheerer (1. Violine)

Stefanie Irgang (2. Violine)

Andreas Gerhardus (Viola)

Nicholas Selo (Violoncello)

 

Franz Joseph Haydn (1732 – 1809)

Quartett C-Dur, op. 33 Nr. 3 («Vogelquartett»)

Ignaz Josef Pleyel (1757 – 1831)

Quartett D-Dur, BEN 342 (12. Preußisches Quartett)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

Quartett C-Dur, KV 465 («Dissonanzenquartett»)

sowie ein Beitrag der Musikschule Weißenhorn, Klasse Akira Sagawa

Sönke Scholl (Klavier)   

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

Sonate c-Moll „Pathétique“ 3. Satz 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Heimatmuseum Weißenhorn

im Rahmen des Franz Martin Kuen Jubiläums 2019.

 

 

 

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Ignaz Josef Pleyel: Gallica

BIOGRAFIE

Pleyel Quartett Köln

Interesse für Neues zeichnet die Mitglieder des Pleyel Quartetts aus. So begann jeder

Einzelne schon früh, sich auch in den unterschiedlichen Spezialszenen der Alten und

Neuen Musik zu bewegen. Die Neugier für noch nicht Gehörtes lässt ganz leicht einen

Bogen spannen von zeitgenössischer Musik hin zur Alten Musik, zumal wenn man sich dort

auch jenseits der «berühmten» Werke umschaut. Die umfassenden Erkenntnisse aus

den Erfahrungen in verschiedenen Ensembles der Alten Musik (u.a. La Stagione Frankfurt,

Barockorchester Stuttgart, Camerata Köln, Musica Antiqua Köln, Collegium vocale Gent)

führten dann zum Experimentieren im bislang diesen Strömungen am wenigsten aufgeschlossenen Musiksektor: dem Streichquartett. «Uns trieb die Frage um, wer die Kollegen und Konkurrenten der «Großen» waren, was und wie sie komponierten und wie deren Stand im damaligen Musikleben war. In der Folge standen schon bald Bibliotheks-kopien einer ganzen Reihe von Pleyel-Quartetten neben denen anderer vergessener Komponisten auf dem Notenständer – und die eigenen Vorurteile schmolzen schnell dahin! Die brillante Schreibweise Pleyels, die allen vier Instrumenten umfangreiche Soloaufgaben

zuschreibt, verbunden mit der schlichten Empfindsamkeit der langsamen Sätze, faszinierte

uns und ließ uns verstehen, weshalb Publikum, Verleger und Spieler damals von dieser

Musik begeistert waren. Die heute weit unterschätzte Bedeutung Pleyels zu Lebzeiten,

seine immense Popularität als Komponist und sein späterer Rang als Verleger und

Klavierbauer bewogen uns, unser 2004 gegründetes Quartett nach ihm zu benennen. Die sieben bisher erschienenen CDs mit Werken von Ignaz Pleyel,

August Klughardt, Adalbert Gyrowetz, Ernst Wilhelm Wolf und Ferdinand Hiller (in Kombination mit Robert Schumann) dokumentieren die hohe Qualität ihres Schaffens. Die Neugier für die historischen Kontexte und Tabulosigkeit im Umgang mit der reichhaltigen Literatur der «Königsgattung» Streichquartett, gekoppelt an die klanglichen Möglichkeiten, die die blanken Darmsaiten und die historischen Bögen bieten, sorgt nach wie vor für Überraschungen. Dies gilt auch für eine zurückhaltendere Verwendung von Vibrato, die mittlerweile in der Ensemblemusik vor 1800 fast schon Standard ist. Dass auch die Musik danach von diesem «puren» Klang profitiert, der dem Vibrato die Möglichkeit gibt, als spezielles Ausdrucksmittel eingesetzt zu werden, wird zunehmend von verschiedenen Orchestern und Chören eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit diesen erweiterten klanglichen Möglichkeiten auch im Streichquartett zu experimentieren, ist ein inspirierender

Aspekt im kreativen Prozess des Ensembles.« Zur Zeit umfasst das bunt gemischte, von Klassik bis Moderne, von Bekannt bis Unbekannt reichende Repertoire des Quartetts ca. 60 Werke von mehr als 25 Komponisten. Die CD mit Kammermusik August Klughardts erhielt den «Preis der Deutschen Schallplattenkritik». Im Jahr 2016 erschien die erste von zwei CDs mit frühen Quartetten von Gaetano Donizetti bei cpo.