ABOKONZERT 
ENSEMBLE ADAPTER & KLANGGALERIE

Samstag, 23. November 2019, 19.00 Uhr, Renaissance-Saal, Fuggerschloss Weißenhorn

Esther Kretzinger (Sopran)

Ensemble Adapter

Kristjana Helgadóttir (Flöte)

Ingólfur Vilhjálmsson (Klarinette)

Gunnhildur Einarsdóttir (Harfe)

Matthias Engler (Schlagwerk)

 

Jo Kondo (*1947)

An Insular Style für Flöte, Klarinette, Harfe und Schlagzeug (1980)

Three Songs of the Elderberry Tree für Violine und Schlagzeug (1995)

Luciano Berio (1912 – 1992)

Sequenza II für Harfe (1963)

Folksongs für Stimme und sieben Instrumente (1964)

Klanggalerie

Georges-Emmanuel Schneider (Violine, Live-Elektronik)

Marianne Hollenstein (Installation, Performance)

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BIOGRAFIEN

Esther Kretzinger

Esther Kretzinger absolvierte ihr Masterstudium 2008 mit Auszeichnung an der Universität

Mozarteum Salzburg im Fach Oper und Musiktheater. Im Anschluß daran wurde sie

mit der Lilli-Lehmann Medaille der internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg sowie

mit Sonderpreisen der Kurt und Felicitas Vössing Stiftung in Berlin und der Oscar und

Vera Ritter Stiftung in Hamburg ausgezeichnet. Esther Kretzinger ist Preisträgerin

zahlreicher nationaler und internationaler Gesangswettbewerbe, darunter der 1. Preis

des Regierenden Bürgermeisters von Berlin samt Sonderpreis im Rahmen des 35. Bundeswettbewerbs Gesang Berlin sowie der 2. Preis beim 26. Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb und der 3. Preis beim 12. Internationalen Gesangs-wettbewerb Ferruccio Tagliavini, der ihr durch Dame Joan Sutherland überreicht wurde. Konzerttourneen führten sie seither nach ganz Europa, Russland und Asien. Sie gastierte als Opernsängerin am Salzburger Landestheater, im Salzburger

Festspielhaus (Haus für Mozart), am Mainfranken Theater Würzburg und an der National Oper Oslo und arbeitet mit Dirigenten wie Ivor Bolton, Daniel Hoyem-Cavazza, Peter Gülke, Lavard Skou-Larsen, Markus Poschner, Ola Rudner, Per Kristian Skalstad, Sebastian Weigle, Johannes Wildner u.a. zusammen. Neben klassischem Repertoire gilt ihre Aufmerksamkeit der Musikliteratur des 20. Jahrhunderts und der Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik. So war sie zuletzt im Rahmen verschiedener Festivals, wie dem Giacinto Scelsi Festival Basel, dem Festival «tage neuer musik graz», Festival «neue musik im stadthaus ulm» u.a. zu erleben. Esthers Debut-CD «Lieder im Volkston» mit Werken von Johannes Brahms, Antonin Dvorák, Béla Bartók und Zoltán Kodály wurde 2011 von Gramola veröffentlicht. Ihr zweites Album «Sound of a Poem» ist 2017 als CD und 2018 als Vinyl-LP ebenfalls bei Gramola mit einer besonderen Auswahl an poetischen Liedern der Romantik und des Impressionismus in Jazz-Bearbeitungen von Tim Collins (New York) und Gerald Endstrasser (Salzburg) erschienen. Esther ist Begründerin und seit 2014 Intendantin des Kammermusikfestivals Weissenhorn Klassik in der Fuggerstadt Weißenhorn. Als Dozentin war sie im Frühjahr 2019 an der Taoyuan Municipal Wu Ling Senior High School 

(Musical Talented Class) in Taiwan sowie am China Conservatory of Music in Peking,

China zu Gast.

Ensemble Adapter

Adapter ist ein deutsch-isländisches Ensemble für Neue Musik mit Sitz in Berlin. Den Kern

der Gruppe bildet ein Quartett aus Flöte, Klarinette, Harfe und Schlagzeug. Gemeinsam

mit fest ausgewählten Instrumentalisten entstehen aus diesem Kern Kammermusik-besetzungen mit bis zu 10 Spielern. Neben zahlreichen Uraufführungen widmet Adapter

sich in Konzerten und im Studio einem individuellen und internationalen Repertoire

zeitgenössischer Musik. In eigenen Projekten und Koproduktionen erprobt das Ensemble

außerdem grenzübergreifende Arbeitsweisen in verschiedenen Genres. In Workshops wird

erworbenes Wissen über Komposition, Studium und Aufführung von zeitgenössischer

Musik mit Komponisten, Instrumentalisten und anderen Kreativen weltweit geteilt. Mit einem

progressiven und kraftvollen Stil bemüht sich das Ensemble Adapter um einen authentischen

Beitrag zu aktuellen Entwicklungen der Kulturszene.

 

Kristjana Helgadóttir begann ihre Flötenausbildung bei B. Wilkinson an der Musikhochschule in Reykjavík. Anschließend studierte sie bei Abbie de Quant und Harrie Starreveld am Conservatorium van Amsterdam. Sie erhielt ihr Dozentendiplom im Jahr 1994, ein künstlerisches Diplom 1995. Es folgten ein Masterdiplom sowie ein Zertifikat im Fach Neue Musik in den Jahren 1998 und 1999. Kristjana arbeitete bis 2010 als Instrumental-lehrerin und Fachbereichsleiterin an der Musikschule Mosfellsbær in Island. Seit 2010 lebt und arbeitet sie in Berlin. Als freischaffende Flötistin spielte sie mit dem Isländischen Sinfonieorchester, dem Isländischen Opernorchester sowie an der Deutschen Oper Berlin.

 

Ingólfur Vilhjálmsson vervollständigte sein Klarinettenstudium nach Erhalt seines

Diploms an der Musikhochschule Reykjavik bei Herman Braune in Utrecht sowie als

Aufbaustudent in der Klasse von Harman de Boer am Conservatorium van Amsterdam.

Parallel dazu studierte er Bassklarinette bei Harry Spaarnay und Eric van Deuren und

erhielt 2004 ein gesondertes Diplom im Fach Bassklarinette als Soloinstrument. Im Rahmen

eines Gaststudiums bei David Smeyers an der Musikhochschule Köln konzentrierte er sich

in der Saison 2005/06 auf neueste zeitgenössische Musik. Meisterkurse bei Jozeph

Balogh, Karl Leister, Francois Benda und Kari Kriikku vervollständigten seine künstlerische

Ausbildung. 2006/07 war Vilhjalmsson Stipendiat der Ensemble Modern Akademie. Seit

2007 lebt und arbeitet er in Berlin. Vilhjálmsson hat sich auf zeitgenössisches Solo- und

Kammermusikrepertoire für Klarinette und Bassklarinette spezialisiert. 2005/06 fanden

Arbeitsphasen mit Helmut Lachenmann (Dal niente) und Toshio Hosokawa statt, verbunden

mit Konzerten und einer Aufzeichnung beim WDR. Vilhjalmsson arbeitet mit vielen

Komponisten seiner Generation zusammen und hat bereits zahlreiche Werke initiiert

und uraufgeführt. Er konzertiert regelmäßig in Island, Holland, und Deutschland, unter

anderem auf Festivals wie MaerzMusik, Ultraschall (Berlin), Dark Music Days, frum- (Reykjavik), Spaziomusica (Sardinien) und De Suite (Amsterdam). Ingólfur Vilhjálmsson hat seine erste CD «Dualism» (2008) mit Schlagzeuger Tobias Guttmann beim ITM label (Icelandic

Music Information Centre) veröffentlicht. 

 

Gunnhildur Einarsdóttir begann ihre Harfenausbildung im Alter von 13 Jahren in Island. Sie studierte anschließend bei Brigitte Sylvestre am Conservatoire National Supérieur de Paris sowie bei Sioned Williams, Soloharfenistin des BBC Symphony Orchestra in London. Sie vervollständigte ihre Ausbildung bei der renommierten Harfenistin und Pädagogin Erika Waardenburg am Conservatorium van Amsterdam und erhielt dort ein Bachelor-Diplom mit Auszeichnung sowie einen Master of Music. Während ihres Studiums in den Niederlanden spezialisierte sich Gunnhildur einerseits auf die Aufführungspraxis zeitgenössischer Musik, verfolgte parallel aber auch ein Studium der alten Musik am Royal Conservatory in Den Haag und lernte dort die italienische Tripelharfe bei Christina Pluhar. 

Gunnhildur promovierte 2013 als erste Harfenistin an der Sibelius Academy in Helsinki. Ihre Dissertation ist eine neue Enzyklopädie zeitgenössischer Harfentechniken und -notation

in Form einer Website: www.harpnotation.com Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Matthias

Engler gründete sie 2004 das Ensemble Adapter. Neben ihrer Tätigkeit mit Adapter ist

Gunnhildur regelmässiger Gast bei verschiedenen europäischen Ensembles für Neue 

Musik: Ensemble Modern, Ensemble Mosaik u.a. Zudem trat sie mit dem Isländischen

Sinfonieorchester, dem Isländischen Kammerorchester, dem Caput Ensemble sowie dem

Bayerischen Staatsorchester auf. Als Solistin trat sie bei zahlreichen Musikfestivals in ganz

Europa auf, darunter Spaziomusica Festival Cagliari, Italien; Donaueschinger Musiktage

und World Harp Conference in Dublin. Im Zusammenhang mit ihrer Doktorarbeit hat

Gunnhildur eine Reihe von Solokonzerten in Helsinki/Finnland präsentiert. 2012 wurde sie

als Solistin zur Reihe Mostly Nordic des Nordic Heritage Museum in Seattle/USA eingeladen.

Seit 2010 ist Gunnhildur Mitglied des Brandt Brauer Frick Ensembles, einem akustischen

Techno-Projekt aus Berlin, und trat bei bedeutenden Popmusikfestivals in Europa,

Grossbritannien und den USA auf. Seit 2014 hat Gunnhildur die Harfendozentur bei den

Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt inne und gestaltet dort Kurse

für HarfenistInnen und KomponistInnen. Seit den 60er Jahren spielt die Harfe so erstmalig

wieder eine prominente Rolle bei den Darmstädter Ferienkursen. 

 

Matthias Engler erhielt eine studienvorbereitende Ausbildung im Hauptfach Schlagzeug am Studienseminar Kiel bei Paul Gerfried Zulauf (Philharmonisches Orchester Kiel). Anschließend studierte er klassisches Schlagwerk am Conservatorium van Amsterdam bei Peter Prommel, Jan Pustjens, Marinus Komst, Lorenzo Ferrandiz und Gustavo Gimeno (Mitglieder des Royal Concertgebouw Orchestra und Solisten). In den Jahren 2005 und 2006 war er Stipendiat der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt am Main – mit speziellem Fokus auf zeitgenössisches Kammermusikrepertoire. 2004 gründete er gemeinsam mit der Harfenistin

Gunnhildur Einarsdóttir das Ensemble Adapter in Berlin, für welches er seitdem

hauptberuflich als Schlagzeuger und Projektmanager arbeitet. Als freiberuflicher Schlagzeuger ist er außerdem bei verschiedenen Ensembles für Neue Musik in ganz Deutschland zu Gast: Beim Ensemble Modern, MusikFabrik u.a. In diesem Zusammenhang arbeitete er mit vielen bedeutenden Komponisten und Dirigenten der heutigen Zeit: Pierre Boulez, Helmut Lachenmann, Mauricio Kagel, Steve Reich u.a. Er trat bei den renom-miertesten Festivals für Neue Musik auf, darunter die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, Ultraschall, MaerzMusik, Donaueschinger Musiktage und die World New Music Days.

Seit 2010 ist Matthias Engler Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig im Fach Darstellendes Spiel, Mitglied des Brandt Brauer Frick Ensembles in Berlin und Vilhjalmsson Stipendiat der Ensemble Modern Akademie. Seit 2007 lebt und arbeitet er in Berlin.

Foto: Markus Sepperer

Foto: Rut Sigurdardottir